Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Carina und ich darf euch heute etwas über mich, meine Diagnose Reizdarm und die Low Fodmap Diät erzählen.

Erstmal zu mir und meinem Reizdarm. Vor etwa zwei Jahren hat bei mir alles mit wahnsinnigen Bauchschmerzen und permanenten Durchfällen angefangen, nach einigen Tests wurde eine Fructoseintoleranz festgestellt. Froh darüber endlich zu wissen an was es liegt habe ich begonnen auf Fructose zu verzichten aber leider ohne Erfolg. Nun wussten auch die Ärzte nicht mehr weiter und ich habe angefangen auf eigene Faust Bluttest machen zu lassen, von denen ich gelesen habe. Leider muss man solche Tests selbst bezahlen und die sind nicht gerade billig, waren noch dazu erfolglos. 1 ½ Jahre und knappe 600€ später bin ich zu einem speziellen Arzt nach München gefahren und habe mich erneut den Strapazen einer Magen-Darmspiegelung gestellt und wie schon vermutet wurde wieder nichts gefunden, woraufhin mir der Arzt einen Reizdarm diagnostizierte. Diese Diagnose wird immer dann gestellt, wenn alle anderen Darmkrankheiten ausgeschlossen werden konnten, da man den Reizdarm nicht sehen oder messen kann.

Natürlich ist so eine Diagnose nicht leicht, vor allem in meinem Alter. Ich habe mich daraufhin eingehend informiert wie man sich bei einer solchen Krankheit verhält und habe angefangen zu testen was ich essen kann und wie viel davon. Am besten hat es mir damals geholfen mehrere kleine Portionen zu essen, anstatt drei große. Vor dem Einschlafen habe ich Autogenes Training gemacht und bei Bedarf eine Wärmflasche mit ins Bett genommen.

Im Mai dieses Jahres begann dann die schlimmste Phase in den ganzen zwei Jahren… Egal was ich essbares zu mir nahm alles verließ meinen Körper innerhalb weniger Minuten. Wochenlang ernährte ich mich von Semmeln, Brezen und Wasser und natürlich speckte ich dadurch ordentlich ab, bis ich letztlich bei knappen 43 Kg angekommen war. Und wenn wir ehrlich sind ist das bei einer Körpergröße von 1,54m nicht sehr gesund… Ich versuchte immer wieder zu essen doch 4 Wochen lang blieb mir nichts erhalten. Ich meldete mich in verschiedenen Foren an und sah mir Sendungen über das Reizdarmsyndrom an und so bin ich auf die Low Fodmap Diät gestoßen und habe Anfang August damit angefangen. Seitdem hatte ich, außer ab und zu ein kleines Zwicken im Bauch, keine Probleme mehr.

Was ist die Low Fodmap Diät, fragen sich viele. Lasst es mich euch erklären: Das Akronym FODMAP ist Englisch und ist eine Abkürzung für fermentierbare Oligo-, Di- und Monosaccharide sowie Polyole. Das beschreibt eine Gruppe von kurzkettigen Kohlenhydraten und Zuckeralkoholen, die vergärbar sind. FODMAPS sind weder giftig, noch gefährlich, können aber an der Entstehung von Verdauungsbeschwerden schuld sein. Sie sind eine Gruppe von Nahrungsbestandteilen und haben im Wesentlichen drei Gemeinsamkeiten: Die Aufnahme im Dünndarm ist erschwert bis hin zu unmöglich, sie haben eine hohe Wasserbindungskapazität und vergären schnell. Bei den meisten FODMAPS handelt es sich um Kohlenhydrate, aber nicht alle Kohlenhydrate sind FODMAPS! Sie sind eine gemischte Gruppe von kurzkettigen Kohlenhydraten, die aufgrund ihrer Unverdaulichkeit, den Dünndarm passieren und unverdaut in den Dickdarm gelangen. Dort werden sie durch die Darmbakterien (Darmflora) vergärt. Dadurch werden die FODMAPS zersetzt und es entstehen Energie und verschiedene Abbauprodukte, wie verschiedene Gase (z. B. Wasserstoff). Wenn sich Gase im Darminneren befinden, verursachen sie Symptome wie z. B. Blähungen und Flatulenz. Wenn man Probleme mit solchen Symptomen hat, kann das bedeuten, dass man entweder zu viele FODMAPS zu sich nimmt oder der Dünndarm weniger davon aufnehmen kann. Da man das leider mit der heutigen Medizin noch nicht feststellen kann, wird die Low Fodmap Diät für 6 Wochen empfohlen um zu testen wie man damit leben kann.

Die FODMAPS sind nicht schuld an der Erkrankung selbst, können dieses aber verschlimmern. Bei dieser Art von Diät verzichtet man z. B. auf Nahrungsmittel wie Äpfel, Laktose, Gluten und Weizen und Lebensmittel wie Tomaten, Mozzarella und Hähnchenbrust sind erlaubt. Ich finde das man bei dieser Diät keines Wegs auf leckeres essen verzichten muss, man muss eben nur besonders essen. Mein Lieblingsdiätessen ist beispielsweise ein Dinkelnudelauflauf mit Hähnchenbrustwürfeln, Tomaten und mit Mozzarella überbacken. Das einzige gewöhnungsbedürftige daran ist das Gluten- und Weizenfreie Brot… Ich habe mir im Internet einen kleinen FODMAP-Kompass besorgt, um auch unterwegs und auf die Schnelle nachschlagen zu können, was ich essen darf und was nicht. Es gibt auch viele Bücher oder Apps zu dieser Diät, in denen sich sehr leckere und größtenteils einfache, schnelle Rezepte befinden.

Bis jetzt bin ich sehr überzeugt von dieser Diät und werde sie die empfohlenen 6 Wochen durchziehen und danach aber weiterhin auf eine fodmaparme Ernährung achten. Natürlich werde ich auch wieder Mahlzeiten zu mir nehmen die mir einfach schmecken und nicht gerade fodmaparm sind aber solang der Darm dabei keine Schwierigkeiten macht, bin ich der Meinung darf man sich ruhig auch mal was gönnen!

Ich hoffe ich konnte euch die neue Diät etwas näher bringen und vielleicht auch helfen. Wenn ihr mehr von mir wissen wollt, dürft ihr mir gerne auf Instagram unter „lowfodmaps“ folgen.

Ich wünsche euch noch einen schönen Tag 🙂

2 thoughts on “Gastbeitrag: Meine Diagnose Reizdarm und die Fodmaps

  1. Hallo ihr beiden,

    (endlich hab‘ ich mal die URL zum Blog gefunden;-)) Das mit den low FODMAPs kann ich nur bestätigen! Ich ernähre mich zwar nicht hauptsächlich bewusst danach, aber die Lebensmittel sind seit 2 Jahren großer Bestandteil meiner Ernährung und tragen bei mir auch zu einer großen Verbesserung der Symptome bei! Bei mir ist es die viele Luft, der Blähbauch, und das ist seitdem wirklich weniger geworden.

    Liebe Grüße
    Marlis von Marille’s Cuisine

    1. Es freut mich sehr das es bei dir besser ist. Und es zeigt, das diese Ernährungsform wirklich ausprobiert werden sollte, wenn man nicht weiter weiß.

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