Hallo ihr Lieben,

mein Name ist Carina und ich habe vor längerer Zeit schon Mal einen Blogeintrag für die liebe Sandra geschrieben über die Fodmaps und die Fodmap freie Ernährung. Nun durfte ich wieder etwas für ihren Blog schreiben aber diesmal über meinen Freiwilligeneinsatz auf einer Meeresschildkrötenschutzstation auf Unguja, eine der beiden Hauptinseln von Sansibar in Tansania. Ich muss zugeben dass ich im ersten Moment etwas schockiert war als wir vom Flughafen ca. 1,5 Stunden ins Dorf gefahren sind. Die Umgebung, die Häuser und einfach alles ist so unglaublich anders wie bei uns. Überall waren Rinder, Ziegen und Hühner unterwegs. Neben den Straßen saßen Kinder die mit brennenden Müllhaufen spielten. Afrika eben. Unsere Unterkunft war der Absolute Wahnsinn! Wir wohnten in einem Haus extra für Volontäre direkt an unserer Arbeitsstelle dem Mnarani Natural Aquarium in Nungwi und gleich gegenüber beginnt der weiße Sandstrand und der türkisblaue indische Ozean. Ich habe selten was Schöneres gesehen. Leider gab es oft kein fließend Wasser, und wenn dann sau kalt, genauso wie Strom auch nicht immer da war aber da gewöhnt man sich irgendwann dran 🙂

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Das ist der Ausblick von dem Restaurant wo wir unser Essen bekommen haben 🙂

Montag bis Freitag begann der Arbeitstag um 08:00 Uhr mit dem Wasserwechsel bei den kleinen Schildkröten. Dabei wurde das Wasser aus kleinen Becken, in denen die Babys wohnen, in die Lagune, in denen die großen Schildkröten wohnen, gelassen. Die kleinen Becken wurden anschließend mit Sand und Bürsten ausgeputzt und mit Eimern (!) und Menschenketten wieder befüllt, mit Wasser aus der Lagune. Diese hängt mit dem Meer zusammen und die Wasserhöhe hängt davon ab wie Ebbe und Flut im Moment sind. Nach dem Wasserwechsel gab´s immer Frühstück, Hefezopf oder Pfannkuchen mit Obst. Nach dem Frühstück standen jeden Tag andere Arbeiten an. Mal wurde Seegras für die großen Schildkröten gesammelt (was aber nur bei Ebbe möglich war), mal mussten wir alle Schildkröten vermessen und wiegen und an manchen Tagen wurden die Großen aus der Lagune geholt und geputzt. All das wiederholte sich jede Woche aufs Neue. Nach dem Mittagessen wurde jeden Tag nochmal das Wasser gewechselt und die kranken Schildkröten wurden medizinisch versorgt.
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Danach hatten wir meistens frei und konnten selber entscheiden ob wir noch bei dem Umweltprojekt, bei dem ein Haus aus Müll gebaut wird, in das ein Zentrum für die Inselbewohner für den Umweltschutz kommen soll oder ob wir in der School of Hope mitarbeiten wollen. Ich habe beides Mal ausprobiert und die Kinder in der Schule sind der Wahnsinn. Super süß und aufgeweckt. Die Schule wurde von einem Einheimischen gegründet und gibt Kindern, die sich eine städtische Schule nicht leisten können, die Möglichkeit auf kostenlose Bildung. Leider steckt dies noch in den Kinderschuhen und es fehlt an Unterrichtsmaterial, Räumlichkeiten und Möbeln. Dafür gibt es eine super Aktion von Studenten aus Fulda. Wer sich darüber informieren oder vielleicht auch spenden möchte, einfach auf den Link am Ende des Beitrags klicken! 🙂 Oft bin ich aber auch einfach mit meinen neuen Freunden ins Dorf gegangen oder einfach nur an den Strand und ins Meer. Am Wochenende hatten wir immer frei und diese Zeit wurde für Ausflüge genutzt. Ich habe Mnemba Island zum Schnorcheln besucht, war auf Prison Island, in Stone Town, im Jozani Forest, bei der Spice Tour, in Jambiani und auf einer ganz tollen Sandbank. Wer interessiert daran ist, was das alles ist, muss leider googeln, zum Erklären wäre das zu viel 😉 Oft waren wir auch mit den Einheimischen feiern und bei Gott, die wissen wie das geht 😀 Nach meinem 4 wöchigen Aufenthalt in Sansibar habe ich auf dem Festland noch 4 Tage in Moshi verbracht, was bereits mit einer Katastrophe begann: Der Flug wurde gecancelt und ich saß bereits in Dar Es Salaam und musste eigentlich noch an den Kilimanjaro. Ich wurde dann in einen anderen Flug gesetzt der nach Arusha ging, wo mich die Liebe Betreuerin der Organisation dann trotzdem abgeholt hat. Am nächsten Tag haben wir eine Safari durch den Tarangire Nationalpark gemacht und alles gesehen was typisch ist für Afrika. Löwen, Zebras, Elefanten, Giraffen, Affen und und und.
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Am zweiten Tag auf dem Festland haben wir eine Kamel Safari gemacht, welche aber leider ein totaler Reinfall war. Wir haben, außer Ziegen und Antilopen – und einem Hasen!- nichts gesehen und auch von der versprochenen Höhle mit über 300 Pavianen war keine Spur. Wir sind also ca. 5 Stunden über Stock und Stein geritten auf den Kamelen und haben nichts gesehen außer trockene Bäume und den Kilimanjaro.
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Dann war mein Abenteuer leider schon zu Ende und ich hab mich auf den Weg zurück nach Frankfurt gemacht wo ich dann 11 Stunden später leider ohne mein Gepäck angekommen bin 😀 Das kam dann 3 Tage später mit DHL frisch aus Afrika zu mir nach Hause.

20161002_121608Mein Fazit ist: Das war die Beste Zeit meines Lebens und ich werde auf jeden Fall nochmal dorthin gehen um meine neuen Freunde zu besuchen und nochmal dieses tolle Inselleben mitmachen zu dürfen! Das Essen (viel Reis und Gemüse, ganz wenig Fleisch oder Fisch) habe ich besser vertragen als das Essen in Deutschland. Für mich sind die Menschen in Sansibar die glücklichsten die ich je gesehen habe. Sie haben so wenig aber keiner beschwert sich, alle machen das Beste draus!


Das Motto der Inselbewohner: Polepole, Hakuna Matata. Das ist Suaheli und bedeutet Langsam, kein Problem 🙂

Der Link zur Spendenaktion

 

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