Einen wunderschönen guten Tag,

mit dem Thema Reizdarm geht jeder auf seine Art um. Doch meistens wird dieses Thema verschwiegen. Als ich auf der Suche nach Gleichgesinnten war, bin ich auf Marlis Blog gestoßen Marille´s Cuisine. Ihre Geschichte hat mich berührt und inspiriert. Es ist toll Menschen zu finden, die in etwa das gleiche durchgemacht haben wie man selbst. Auf ihrem Blog findet ihr unter anderen köstliche Rezepte zu verschiedenen Unverträglichkeiten, einige Tipps und Tricks im Umgang mit dem Reizdarm und für den kreativen ist auch etwas dabei.

Um euch Marlis vorzustellen, dachte ich wir machen ein kleines Interview…

Warum hast du deinen Blog gestartet?
Meinen Blog Marille’s Cuisine habe ich ursprünglich als „normalen“ Foodblog gestartet, weil ich für mein Leben gern backe und eben auch schreibe, fotografiere und grafisch arbeite. Und das alles mit anderen teilen wollte, vor allem natürlich die Back-Rezepte. Dass es auf meinem Blog über Leben und Umgang mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Intoleranzen und dafür geeignete Rezepte geht, war eigentlich nie geplant. Das ergab sich eher zufällig Anfang 2014 und ich richtete den Blog völlig neu darauf aus. Das ist eben mein Herzthema und ich beschloss, ab sofort darüber öffentlich zu schreiben. Denn ich möchte meinen Lesern und vor allem den in irgend einer Art Betroffenen damit Mut machen und Anregungen geben, wie man sich auch eingeschränkt lecker und gesund ernähren und Spaß am Essen haben kann.

Welche Nahrungsmittelunverträglichkeiten hast du?
Das ist etwas tricky, bin ich doch auf alles negativ getestet worden. Ich habe nachgewiesen lediglich eine Staubmilbenallergie (hier durch die Kreuzallergien Probleme mit Schalentieren) und eine Beifußallergie (hier durch Kreuzreaktionen Problemen mit nahezu allen Kräutern und Gewürzen). Typisch bei Reizdarmsyndrom ist aber, dass man trotzdem vieles nicht verträgt. Bei mir sind das vor allem Laktose und auch sämtliche „ohne Laktose“-Produkte, Gluten und Zucker in größeren Mengen. Zusätzlich vertrage ich (fast) keine Obstsorten und nur ein paar Gemüsesorten. Ebenso nichts Fettiges, Scharfes, Frittiertes und vor allem kein rohes Obst oder Gemüse.

Wie hast du diese herausgefunden?
Hauptsächlich durch testen und sehr sehr viel lesen. Das mit den Kreuzreaktionen kannte ich zum Beispiel lange Zeit nicht. Beim Testen war wichtig alles auf einmal weg zu lassen, erst damit ging es mir wirklich besser. Ich habe mit Reis, dann Avocado und Kurkuma angefangen und nach und nach ergänzt und getestet. Mittlerweile habe ich eine für mich durchaus akzeptable Auswahl an verträglichen Lebensmitteln gefunden.

Wann und wie wurde das Reizdarmsyndrom bei dir diagnostiziert?
Das zog sich über viele Jahre, die ersten Beschwerden hatte ich Mitte 2008. Da wurden dann erst mal die üblichen Tests gemacht. Laktoseintoleranz, Allergietests, Zöliakie, Stuhluntersuchungen, Blutuntersuchungen, Schilddrüse, mehrere Magen- und Darmspiegelungen usw. Das zog sich über viele Monate und Jahre und irgendwann erhielt ich bei einem dreitägigen Krankenhausaufenthalt mal die Diagnose „Reizdarmsyndrom“ und wurde damit einfach heim geschickt. Einige Untersuchungen folgten auch danach noch, aber es war immer wieder das gleiche Ergebnis. (Wer mag, kann das ziemlich ausführlich hier nachlesen)

Was würdest du Betroffenen raten?
Auf jeden Fall (sich) nicht aufgeben. Es gibt immer gute und schlechte Tage und auch an schlechten darf man sich nicht unterkriegen lassen! Da ist es praktisch, ein Notfallessen zu haben. Also irgendwas bei dem man weiß, man verträgt es immer. Bei mir zum Beispiel Reis – einen Tag durchhalten und schon geht’s mir am nächsten Tag deutlich besser! Und immer mal wieder testen ob man etwas verträgt, dass vor einiger Zeit nicht ging – bei einem Reizdarm ist es so typisch, dass sich Verträglichkeiten ändern. Und was mir hilft: Offen darüber sprechen. Vielleicht nicht gleich über Stuhlprobleme;-) Aber es verhindert komische Blicke und Tuscheleien, wenn man kurz erklärt warum man auswärts nichts isst, im Büro nur sein eigenes Zeug dabei hat und vielleicht anders als der Rest i(s)st. Gerade hat sich das wieder in meinem neuen Job bestätigt. Als Letztes: Sch**** auf Ärzte und Diagnosen. Klar, einige Untersuchungen müssen natürlich gemacht werden, aber dann lasst es gut sein. Es bringt nichts und man verschwendet nur Zeit und auch Kraft. Mit einer Diagnose geht’s einem auch nicht besser, wenn sich dadurch nichts ändern lässt – und das ist oft zu 99% der Fall. Hört auf euren Körper und lernt ihn kennen, er verrät euch am meisten!

My Favorits:

Essen/Gericht
Ich hab’ zwei Klassiker, die ich für mein Leben gern esse und bei denen ich gleichzeitig weiß dass sie super verträglich sind. Einmal Wildreispfanne mit Avocado, Kurkuma und dazu Fisch. Zum anderen Zucchini-Reis-Pfanne mit Kokosmilch.

Obst
Eindeutig Avocado, ja das ist eine Frucht! Dicht gefolgt von frischen Himbeeren und Gold-Kiwi.

Gemüse
Ich liebe Zucchini, bunte Tomaten und frischen Spinat.

Zitat
„Neuer Tag, neues Glück“. Das ist bei mir oft tatsächlich Programm und mit der Einstellung schläft es sich abends viel besser ein.

Reiseziel
Vor drei Jahren war ich in Rom. Eine meiner tollsten Reisen, ziemlich beeindruckend und das italienische Lebensgefühl entspannt. Auch den Körper, ich war viel beschwerdefreier als im Alltag.

 

Schaut bei Marille´s Cuisine vorbei und entdeckt diese leckeren glutenfreien Vanille-Muffins mit Brombeeren und folgt ihr auf Instagram.

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